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Insights · Startup

Interviews, Kennzahlen und drei Arten von kostengünstigen MVPs, um vor der Entwicklung herauszufinden, ob Ihre Idee einen Markt hat.

· 6 Min. Lesezeit · Redaktion AC Digital

Haftnotizen mit Interface-Skizzen und User Flows an einer weißen Wand

Die meisten Startups scheitern nicht, weil das Produkt schlecht gemacht ist. Sie scheitern, weil niemand es wollte. Genau das soll ein MVP verhindern: so früh wie möglich und mit minimalem Einsatz herausfinden, ob Ihre Idee ein echtes Problem löst, für das jemand bereit ist zu zahlen.

Was ein MVP wirklich ist

MVP steht für Minimum Viable Product, das kleinste funktionsfähige Produkt. Doch das wichtigste Wort ist nicht „Produkt“, sondern Lernen.

Ein MVP ist nicht die günstige Version Ihrer vollständigen Idee. Es ist das kleinste Experiment, mit dem Sie die riskanteste Annahme Ihres Geschäftsmodells überprüfen können. Manchmal ist das eine App. Viel häufiger ist es am Anfang etwas sehr viel Einfacheres.

Ein Beispiel: Lautet Ihre Annahme „Gastronomen würden dafür zahlen, Reservierungen in einer einzigen App zu verwalten“, ist die erste Frage nicht, wie man die App baut. Sondern: Haben Gastronomen dieses Problem wirklich? Und ist es groß genug, dass sie ihre Gewohnheiten ändern und dafür bezahlen?

Vor dem Code: Validieren Sie das Problem

Bevor Sie in Entwicklung investieren, nehmen Sie sich zwei bis drei Wochen Zeit, um mit den Menschen zu sprechen, für die Sie da sein wollen.

Die richtigen Interviews

Führen Sie 20–40 Gespräche mit potenziellen Kunden. Stellen Sie nicht Ihre Idee vor, sondern fragen Sie nach ihrem Alltag. Wie lösen sie das Problem heute? Wie viel Zeit oder Geld kostet es sie? Was haben sie schon ausprobiert?

Vermeiden Sie Fragen, die eine Meinung über die Zukunft abfragen, etwa „Würden Sie eine App nutzen, die …?“. Fast alle werden aus Höflichkeit Ja sagen. Nützlich sind Fragen zur Vergangenheit und zu konkretem Verhalten.

Die Signale, auf die es ankommt

Ein Problem ist es wert, gelöst zu werden, wenn:

  • die Menschen von sich aus darüber sprechen, ohne dass Sie es ansprechen;
  • sie bereits versucht haben, es zu lösen – etwa mit Tabellen oder improvisierten Lösungen;
  • sie schon jetzt Zeit oder Geld dafür aufwenden;
  • sie Sie fragen, wann die Lösung fertig ist.

Wählen Sie eine einzige Kennzahl

Jedes Experiment braucht eine klare Frage und eine Zahl, die sie misst. Halten Sie vor dem Start schriftlich fest:

  1. Die Hypothese, zum Beispiel „Mindestens 10 % der Besucher tragen sich mit ihrer E-Mail-Adresse in die Warteliste ein“.
  2. Die Kennzahl, also die Anmelderate.
  3. Die Erfolgsschwelle – die Zahl, oberhalb derer Sie weitermachen und unterhalb derer Sie den Kurs ändern.

Die Schwelle vorher festzulegen ist entscheidend. Hinterher redet man sich allzu leicht ein, dass jedes Ergebnis „vielversprechend“ sei.

Drei Arten von MVPs, die wenig kosten

Die Landingpage mit Warteliste

Eine Seite, die die Lösung beschreibt, als gäbe es sie schon, mit einer Einladung zur Anmeldung. Kombiniert mit einer kleinen Werbekampagne zeigt sie Ihnen in wenigen Tagen, ob die Botschaft ankommt und was ein Kontakt kostet. Aufwand: ein paar Hundert Euro.

Der manuelle Service

Liefern Sie das Ergebnis Ihres Produkts, indem Sie hinter den Kulissen alles von Hand erledigen. Soll Ihre App personalisierte Ernährungspläne erstellen, erstellen Sie diese zunächst selbst und verschicken sie per E-Mail. So erfahren Sie, was Kunden wirklich wollen, bevor Sie irgendetwas automatisieren.

Der klickbare Prototyp

Ein interaktiver Prototyp, in wenigen Tagen umgesetzt, wirkt wie eine echte App, hat aber nichts dahinter. Ideal, um den Nutzungsablauf mit Nutzern zu testen und Investoren die Vision zu zeigen.

Das beste MVP ist das, das Ihnen mit dem geringsten Aufwand die verlässlichste Antwort liefert.

Die häufigsten Fehler

In vielen Jahren der Arbeit mit Startups sehen wir immer wieder dieselben Fehler.

  • Zu viel bauen. Jede zusätzliche Funktion verlängert die Zeit und verwässert die Ergebnisse. Wenn sie nicht hilft, die Hypothese zu prüfen: warten.
  • Sich in die Lösung verlieben. Das Ziel ist, ein Problem zu lösen – nicht, Ihre Idee um jeden Preis umzusetzen.
  • Freunde und Familie fragen. Sie mögen Sie, und gerade deshalb sind sie keine verlässliche Stichprobe.
  • Den Preis ignorieren. Solange niemand bezahlt hat, haben Sie das Geschäftsmodell nicht validiert. Versuchen Sie zu verkaufen, auch im Vorverkauf.
  • Sich keine Deadline setzen. Ein Experiment ohne Enddatum wird zum endlosen Projekt.

Wann es Zeit ist zu bauen

Sie sind bereit, ein echtes MVP – also ein funktionierendes Produkt – zu entwickeln, wenn Sie drei Belege in der Hand haben: ein Problem, das Dutzende Gespräche bestätigt haben, eine Gruppe von Menschen, die auf die Lösung wartet, und mindestens ein konkretes Signal für Zahlungsbereitschaft.

Dann bauen Sie nur den Kern des Produkts: die Funktion, die das Hauptproblem löst – und zwar richtig gut. Alles andere kann auf die nächste Version warten, gesteuert von den Daten der ersten Nutzer.

Genau diesen Weg gehen wir in unserem Startup Studio: Validierung, MVP, Launch und Wachstum – Schritt für Schritt und mit Entscheidungen, die auf Zahlen beruhen. Wenn Sie eine Idee haben und wissen wollen, ob es dafür einen Markt gibt, sprechen wir darüber. Wir helfen Ihnen, daraus einen konkreten Plan zu machen, bevor Sie auch nur einen Euro in die Entwicklung stecken.

Sie möchten das in Ihrem Business umsetzen?

Sprechen wir in einem kostenlosen 30-minütigen Call darüber.

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